Warum wir an ZUKI spenden ...
Dienstag, 25. April 2017 | Charity



Seit Jahren unterstützen wir den Verein „ZUKI-Zukunft für Kinder“, der Straßenkindern in Indien ein Zuhause, Schulausbildung und somit eine Zukunft schenkt. Viele Leute fragen uns seither, warum wir an diesen Verein spenden, wieso nach Indien, und ob wir denn sicher sind, dass die Spenden auch wirklich ankommen.
Vor fünf Jahren waren wir zum ersten Mal in Kalkutta, um uns das Projekt vor Ort anzusehen. Wir wollten mit eigenen Augen sehen, wo wir unser Geld hinspenden und uns davon überzeugen, dass es auch wirklich dort ankommt, wo es dringendst benötigt wird.
Die erste Indien-Reise war eine ganz besondere Erfahrung – das Land, die Leute, die Mentalität, alles in Indien ist einfach so anders als wir es gewöhnt sind. Es war hektisch, es lag überall Müll, die Hitze war erdrückend, jedes Vorhaben (auch wenn es nur darum ging, die Straße zu überqueren) dauerte ca. zehnmal so lange als bei uns, Leute auf der Straße hielten uns auf und wollten ein Selfie mit uns machen (weil weiße Leute in Kalkutta eine Rarität sind), neben Geschäftsmännern im Anzug wuschen sich Menschen im Rinnsal und putzten sich die Zähne, kleine Kinder liefen bei roten Ampeln auf die Kreuzung um zu betteln, und, und, und … die unzähligen Eindrücke, die jede Minute auf uns einprasselten, kann man gar nicht aufzählen. Irgendwie sahen wir das bunte, fröhliche Indien, wie wir es schon oft in unseren Reisezeitungen sahen, nicht. Wir finden es bis heute unglaublich, mit wie wenig die meisten Leute dort überleben. Da weiß man erst die vielen Dinge die wir haben so richtig zu schätzen, bzw. sieht wie überflüssig einiges davon ist.

Als wir dann das erste Mal im ZUKI-Kinderheim waren, waren wir einfach nur überwältigt. 250 fröhliche Kinder erwarteten uns – der Lärmpegel war natürlich nicht viel geringer als auf der Straße – aber tausend Mal glücklicher. Die Gesichtsausdrücke der Kinder im Hilfsprojekt sind nicht zu vergleichen mit jenen, die wir noch kurz zuvor am Weg dorthin sahen. Schon ab diesem ersten Moment waren wir überzeugt, dass wir das Richtige tun. Die Kinder bekommen eine ernsthafte Chance in ihrem Leben. Wenn man sie fragt, was sie später einmal werden möchten, antworten sie im perfekten Englisch … sie möchten zum Beispiel Polizisten, Lehrer, Hotelangestellte, Friseure oder Wissenschaftler werden und bekommen durch ZUKI auch die Möglichkeit dazu.

Eines unserer Patenkinder, sein Name ist Gopal, ist nun seit 4 Jahren bei ZUKI. Als wir das erste Jahr in Kalkutta waren, lebte er noch auf der Straße. Seither dürfen wir seine Entwicklung mitverfolgen. Letztes Jahr besuchten wir seine Eltern „zuhause“ - eine Matratze unter einem Hausvorsprung auf einem Gehsteig mitten in dieser lauten, dreckigen Stadt, die die Inder gerne „The City of Joy“ nennen. Der Stolz den wir dieses Jahr bei der Zeugnisverteilung empfunden haben, als er als Klassenbester aufgerufen wurde, war enorm. Vor allem, weil wir seine Geschichte so gut kennen.

Wenn wir durch die Straßen von Kalkutta spazieren, denken wir oft, dass alles was wir geben können viel zu wenig ist, irgendwie sieht man keine deutliche Verbesserung der Gesamtsituation in den letzten Jahren. Am liebsten würde man alle Straßenkinder einfach einpacken und mitnehmen oder auch all den erwachsenen Leuten, die oft so herzlich sind, ein Dach über dem Kopf schenken, ihnen allen genügend zu Essen geben, einfach helfen … Irgendwie müssen wir uns dann aber damit abfinden, dass wir nicht allen helfen können. Dann denken wir an unseren Gopal (wir glauben übrigens, dass er einmal Präsident von Indien wird oder zumindest Bürgermeister von Kalkutta :) ) und die vielen anderen Kinder, denen wir helfen oder schon geholfen haben und wissen, dass wir diesen kleinen Persönlichkeiten einfach ein neues Leben schenken – und das ist dann wieder ein ziemlich tolles Gefühl :)

 

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